Beobachtungen

Artikel mit dem Schlagwort Beobachtungen.

Seit einiger Zeit wird mein Postfach auf dem blogressiv.de-Server regelrecht mit sogenanntem Aktienspam (Wikipedia) zugemüllt.

Aktienspam ist bis vor kurzem eigentlich nur aus den USA bekannt. Hinter ihm steckt eine etwas andere und vielleicht etwas interessantere (?) Geschäftsidee als bei normalem Spam:
Beworben wird immer ein sogenannter Penny-Stock, also eine Aktie mit Kurs im Cent-Bereich. Der Spammer (oder der Auftraggeber des Spammers!) deckt sich vor dem Versenden der Mails ordentlich mit den billigen Aktien ein, sendet dann die Mails aus. Ein paar der Spam-Empfänger lesen tatsächlich die Mail und kaufen auch noch die Aktien. Der Kurs der Aktien steigt somit innerhalb kürzester Zeit auf einen (viel) höheren Kurs. Der Spammer/Auftraggeber verkauft und sahnt ab, während die armen Kleinanleger noch immer auf weiter steigende Kurse hoffen (wie vom Spammer in der Mail langfristig versprochen).

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Aktienspam-Aktion in Deutschland scheint die seriöse Aufmache zu sein. Hier ein Beispiel aus meiner Inbox:


Heute haben wir 2 Kursraketen fuer Sie:
BETONUSA und BWIN heissen die Kursraketen.

Aufgrund aktueller Rechtsprechung empfehlen wir:

Betonusa AG
Kurs: 0,23 Euro
10-Tage-Ziel: 1,40 Euro
4-Wochen-Ziel: 12,40 Euro
WKN: A0B921

Und:

BWIN AG
Kurs: 33,10 Euro
10-Tage-Ziel: 37,50 Euro
4-Wochen-Ziel: 60,00 Euro
WKN: 936172

Bewertung: Sofort kaufen +/++

Wettaktien sind zum Wetten da. Mit Pennystocks Geld verdienen!
Es wird ein phantastischer Kurssprung erwartet.

Chart lesen heisst die Devise! Lesen Sie den Chart und entscheiden Sie!

Hochachtungsvoll,

Hartwig Straube
DER Investment Report

Nach der ersten Mail sendet der Spammer noch viele weitere (zunehmend stärker zum Kauf auffordernde) Mails um den Kurs möglich hoch zu treiben. Wie egghat berichtet (vielen Dank übrigens für die gute und ausführliche Berichterstattung!) hat das wohl sehr gut bei den ersten paar Spam-Aktionen geklappt.

Auch wenn die Idee verklockend klingt: Finger weg! Man weiss nie, wann der Spammer/Auftraggeber eingestiegen ist und wieder aussteigt. Man kann eigentlich nur Geld verlieren. Selbst ich hab es mir verkneifen können, auf die Penny-Stock-Rallye aufzuspringen ;-) .

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Oetti

Liebe taz, liebe verboten-Kolumne,

vielen Dank, dass es Euch gibt… (Ausschnitt aus der Titelseite der taz vom 19.04.2007)

Ausschnitt aus der Titelseite der taz vom 19.4.2007

Info: Die taz ist die einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands. Sie gehört einer Genossenschaft von Lesern.

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Da ich ja zur Zeit in der pacific time zone lebe, bekomme ich solche Sachen immer erst beim Aufstehen mit. Mittlerweile ist es ja schon überall zu lesen:

Kollege Bundesinnenminister Schäuble hat’s mal wieder knallen lassen (im Stern, via tagesschau.de):

Die Unschuldsvermutung heißt im Kern, dass wir lieber zehn Schuldige nicht bestrafen, als einen Unschuldigen bestrafen. Der Grundsatz kann nicht für die Gefahrenabwehr gelten. Wäre es richtig zu sagen: Lieber lasse ich zehn Anschläge passieren, als dass ich jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran zu hindern versuche. Nach meiner Auffassung wäre das falsch.

Kann der das ernst meinen? Wahrscheinlich. Goodbye Unschuldsvermutung und Rechtsstaat. Weiter sagte Schäuble noch

Ich kann an all den Plänen nichts Schlimmes erkennen.

Realitätsverlust. Das ganze wird dann wieder begründet mit

Alle Experten sagen, es sei nicht eine Frage des Ob, sondern nur noch eine Frage des Wann des nächsten Anschlags. In dieser Zeit leben wir.

Irrsinnige Pauschal-Globalüberwachung und die Aufhebung des Unschuldsverdachts werden daran nichts ändern. Es gibt Lücken in jedem System. Eine weitere Ausweitung der Überwachung wird langfristig keine Anschläge verhindern. Bei der ganzen Anti-Terror-Hysterie wird vergessen, dass die Terroristen in dem Augenblick schon gewonnen haben, in dem wir durch den Überwachungswahn unsere Freiheit und unseren Rechtsstaat verlieren.

(Empfehlung: c’t Linksammlung und Hintergrundartikel zur Anti-Terror-Gesetzgebung und Anti-Terror-Datei und Netzpolitik Linksammlung zum jüngsten Kabinettsbeschluß zur Vorratsdatenspeicherung. Auch witzig: Telepolis: Wird Schäuble vom Verfassungsschutz beobachtet?)

Eine Umfrage auf tagesschau.de zu den jüngsten Äusserungen des Bundesinnenministers hat folgendes Ergebnis erziehlt:

Tagesschau Umfrage

(Ein Schelm ist, wer da an Manipulation denkt… Link zur Umfrage: hier.)

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Jeder weiß, dass Radiowerbung meistens einfach nur nervig ist. E.ON-edis, neben RWE, Vattenfall und EnBW einer der ganz grossen im Deutschen Energiemarkt, hat einen Werbeslogan, der nicht nur nervig, sondern zumindest massiv irreführend und ziemlich sicher falsch ist.

Heute Morgen beim Zähneputzen quäckt es aus dem Radio: “E.ON-edis – Energie für immer!”
Ein bisschen Recherche fördert das hier zu Tage: E.ON erklärt Kindern, dass Steckdosen nie
der Strom ausgehen wird.
Liebe E.ON Werbeabteilung, in welcher Welt lebt Ihr? Was soll dieser Aufruf zur Unbesorgheit? Es muss doch den Herren in der Vorstandsetage klar sein, dass man jegliche Art von bewusstem Umgang mit Energie (und die Erziehung dahin…) untergräbt, wenn man sagt: Macht Euch keine Sorgen, Energie wird immer da sein. Und das stimmt nicht einmal: jeder Ressource ist beschränkt, sogar die Sonneneinstrahlung ist endlich und man kann weder unendlich viele Windräder, noch Staudämme bauen. Kohle, Uran, Erdgas und Erdöl sind sowieso in maximal 100-200 Jahren aufgebraucht. Ob Kernfusion je technisch anwendbar werden wird, ist völlig unklar. Also, wo soll die unendliche Menge an Energie herkommen?

EON korrigiert

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Doch der allgemeine Trend zu unter ökologischen Gesichtspunkten angebauten/hergestellten Nahrungsmitteln wurde von der konservativen deutschen Landwirtschaft (allen voran vom CDU-CSU-lastigen Bauernverband) gehörig verschlafen. Das führt soweit, dass es mittlerweile echte Lieferengpässe bei bestimmten Produkten, etwa bei Milch, gibt, die zu verstärkten Importen aus dem Ausland führen, was der im Öko-Konzept enthaltene Idee des “buy local” widerspricht (siehe weiterführenden Telepolis Artikel). Viele gesundheits- und umweltbewusste Menschen haben schon seit Jahren im Bioladen um die Ecke eingekauft, doch mit der Aufnahme von Bioproduktion in die Sortimente bei den Grossdiscountern Aldi, Lidl und Plus ist der Sprung zum Mainstream geschafft. Jeder will und muss jetzt Bio anbieten (update:
Siehe auch den taz Artikel vom 17. Februar).

Aber ist überall Bio drin, wo Bio draufsteht?

Nun, das sollen Biosiegel garantieren. Da gibt es zum einen die EU Öko-Verordnung die ökologische Mindeststandards beim Landwirdschaft, Viehzucht und Verarbeitung festlegt und auf deren Basis das (gebräuchlichste) staatlich deutsche Biosiegel vergeben wird (siehe auch: Wikipedia zu Bio-Siegeln.

Es gibt ein relativ strenges System von Kontrollinstanzen und auch Multi-Nationals wie REWE, Lidl oder Alid und Global Player wie Kraft Foods können es sich nicht leisten, Bio draufzuschreiben wo kein Bio drin ist. Aber Achtung! Ein Global Player wäre nicht ein Global Player, hätte er da nicht eine Hintertür. Und die heisst: Schreib Bio drauf wo halbes Bio drin ist, die Verbraucher werden’s schon nicht merken.

Beispiel Kaffee (Bio/Fair Trade): In Zusammenarbeit mit der eigentlich (?) erstmal unverdächtig anmutenden Rainforest Alliance bekleben die Großen im Geschäft ihre Kaffeepäckchen mit Bio-Aufklebern und Hinweisen auf fairen Handel. Tatsächlich sind die Vorgaben in Punkto Fair Trade und Bio der Rainforest Alliance viel lascher als etwa die von Transfair/GEPA. Gegenüber der taz räumte Rainforest Alliance Direktorin Tensie Whelan doch tatsächlich ein:


Wir sind kein Biosiegel. Aber wir setzen uns für den Umweltschutz ein und garantieren soziale Standards wie das Recht auf gewerkschaftliche Organisation, Gesundheitsvorsorge und Löhne, von denen die Bauern leben können.

Im Unterschied zu Fair-Trade-Organisationen bekommen unsere Bauern allerdings keine festen Preise für ihre Produkte. Unser Ziel ist Nachhaltigkeit für den Mainstream. Mit unseren Kriterien können viele Unternehmen zertifizierte Produkte vertreiben.

Wie ich letztens hier in Tucson im Supermarkt feststellen durfte wird das aber so nicht auf den Produkten erklärt. Stattdessen prangt der grüne Frosch der Rainforest Alliance auf der Kaffeepackung. Ein Schelm, wer da böses denkt… Auch interessant: Die Unterstützerliste der Rainforest Alliance wie publiziert im WWW:


AT&T, Kraft Foods, Procter & Gamble, Pfizer, Inc., Anheuser Busch, Citigroup, Gibson Musical Instruments, Chiquita Brands International, Herbal Essences, JP Morgan Chase, Ben & Jerry’s, Home Depot, Green Mountain Coffee Roasters

Also vielleicht doch lieber einen Bogen um den Kaffee und die Bananen mit dem grünen Frosch im Supermarkt?

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Das ist ja mal ein Politkrimi um die Litvinenko-Affäre! Und das tolle: Die ARD und Sabine Christiansen mittendrin!
Ja! So ist das. Da wird eine Talkshow mit dem Titel “Die Russen kommen” zum Thema Russen-Mafia / Litwinenko-Affäre (ah, schieben wir es jetzt der Mafia in die Schuhe?) inszeniert und der russische Regimekritiker und Schachgroßmeister Garri Kasparow zuerst eingeladen und dann wieder ausgeladen, angeblich aus technischen Gründen. Lustigerweise wird praktisch mit der Ausladung Kasparows Büro in Moskau von russischen Polizei- und Geheimdienstbeamten durchsucht. Da ist doch etwas faul, oder? Interessanterweise findet sich auf tagesschau.de rein gar nichts über die Sache, dafür in der Blogsphere um so mehr.

Die FAZ hat gut recherchiert und nicht nur der (ebenfalls zuerst eingeladene und später wieder ausgeladene!) ehemalige Moskau-Korrespondent der ARD, Klaus Bednarz, vermutet bzw. behauptet, dass die ARD / die Christiansen-Redaktion Kasparow aufgrund politschen Drucks des Kremls wieder ausgeladen habe.

Na, na, na, liebes Erstes Deutsches Fernsehen, liebe Sabine Christiansen, wie weit haben wir uns da zu Handlangern der so angeblich “lupenreinen Demokraten” in Moskau gemacht?

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Schöne Satire im Web: Dem extrem erfolgreichen aber auch umstrittenen Studiverzeichnis nachempfunden gibt es jetzt das Pennerverzeichnis—nach Angabe der Autoren, um provozierend auf die Situation, in der sich manche unserer Mitmenschen befinden, aufmerksam zu machen.

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MEI vs. HMI

Durch einen Kommentar bin ich auf das Hilfswerk für Menschenrechte im Iran(HMI) e.V. aufmerksam geworden. Der Verein mit Sitz in Dortmund hat interessanterweise eine in weiten Teilen übereinstimmende Satzung wie das in Düsseldorf ansässige Menschenrechtszentrum für ExiliranerInnen (MEI) e.V.. Beide Satzungen zitiere ich im Folgenden vollständig:

Hilfswerk für Menschenrechte im Iran(HMI) e.V.
VR 5852
Der Verein ist beim Amtsgericht Dortmund eingetragen.

Vereinszwecke

1. Der Verein fördert die materielle und moralische Unterstützung von iranischen Migrantinnen und Migranten, die ihr Herkunftsland wegen Verfolgung aus religiösen, ethnischen, politischen oder anderen Gründen verlassen haben und deren Bleiberecht in ihrem Zufluchtsland gefährdet ist bzw. denen die Abschiebung in ihr Herkunftsland-direkt oder über ein Drittland – droht.

2. Der Verein setzt sich für die Anerkennung des Asylstatus von iranischen politisch Verfolgten ein. Der Verein setzt sich ebenfalls im Sinne der Internationalen Konvention gegen die Folter dafür ein, dass die genannten Verfolgten nicht in den Iran abgeschoben werden.

3. Der Verein setzt sich dafür ein, dass die Öffentlichkeit über die andauernden Menschenrechtsverletzungen im Iran aufmerksam gemacht wird, u.a. durch Veranstaltungen und Förderung von Konferenzen, Seminaren, Kundgebungen und Ausstellungen. Es werden auch Fernsehprogramme, die u.a. via Satellit gesendet werden, und dieser humanitären Öffentlichkeitsarbeit dienen, unterstützt.

4. Der Verein leistet Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit über die Unterdrückung von Frauen im Iran, insbesondere über die legalisierte und soziale Diskriminierung der Frauen und die Verletzung der Frauenrechte. Weiter drängt der Verein auf eine Einstellung von willkürlichen Hinrichtungen, Steinigungen und menschenverachtenden Folterungen.

5. Der Verein arbeitet intensiv mit RechtsanwältInnen und RechtsberaterInnen zusammen, damit Migrantinnen und Migranten und im Exil lebende Iranerinnen und Iraner sowie die Flüchtlinge einen Rechtsbeistand zur Verteidigung ihrer Rechte erhalten.

6. Der Verein führt die Initiativen zur Verhinderung von Auslieferung und jegliche unfreiwillige Ausweisung von Betroffenen Personen, was eine Verletzung von internationalen Genfer Konventionen darstellen, durch. In diesem Sinne wird die Zusammenarbeit mit Asylexperten, Völkerrechtlern, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen bei den Aktivitäten des Vereins ihre Priorität finden

7. Der Verein fördert im Rahmen der deutschen Rechte die rechtliche Unterstützung von Asylberechtigten gegen die eingeleiteten Widerrufsverfahren, vor allem in Form von Erwerb von engagierten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten für die Betroffenen.

8. Der Verein sammelt für die Verwirklichung seines Satzungszwecks Spenden.

und


Menschenrechtszentrum für ExiliranerInnen (MEI) e.V.
§ Name
1. Der Verein führt den Namen „Menschenrechtszentrum für ExiliranerInnen (MEI) e.V.“.

§ Zweck
1. Der Verein fördert die materielle und moralische Unterstützung von iranischen Migrantinnen und Migranten, die ihr Herkunftsland wegen Verfolgung aus religiösen, ethnischen, politischen oder anderen Gründen verlassen haben und deren Bleiberecht in ihrem Zufluchtsland gefährdet ist bzw. denen die Abschiebung in ihr Herkunftsland-direkt oder über ein Drittland-droht.

2. Der Verein setzt sich dafür ein, dass die Öffentlichkeit über die andauernden Menschenrechtsverletzungen im Iran aufmerksam wird, u.a. mit der Veranstaltungen und Förderung von Konferenzen, Seminaren, Kundgebungen und Ausstellungen.

3. Der Verein leistet Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit über die Unterdrückung von Frauen im Iran, insbesondere über die legalisierte und soziale Diskriminierung der Frauen und die Verletzung der Frauenrechte.

4. Der Verein arbeitet intensiv mit RechtsanwältInnen und RechtsberaterInnen zusammen, damit Migrantinnen und Migranten und im Exil lebende Iraner und Iranerinnen sowie die Flüchtlinge einen Rechtsbeistand zur Verteidigung ihrer Rechte erhalten.

5. Der Verein führt die Initiativen zur Verhinderung von Auslieferung und jegliche unfreiwillige Ausweisung von Betroffenen Personen, was eine Verletzung von internationalen Genfer Konventionen darstellen, durch.

6. Der Verein fördert im Rahmen der deutschen Rechte die rechtliche Unterstützung von Asylberechtigten gegen die eingeleiteten Widerrufsverfahren, vor allem in Form von Erwerb von engagierten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten für die Betroffenen.

7. Der Verein sammelt für die Verwirklichung seines Satzungszwecks Spenden.

§ Mitgliedschaft
Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist eine schriftliche Antragstellung bzw. eine mündliche persönliche Vorsprache beim Verein. Über die Aufnahme neuer Mitglieder entscheidet der Vorstand.

Mitglieder des Vereins können natürliche und juristische Personen und deren Zusammenschlüsse (Verbände, Organisationen usw.) sein. Es können auch fördernde Mitglieder beitreten. Diese haben kein Stimmrecht und kein aktives und passives Wahlrecht.

Ein Mitglied setzt sich für die Vereinsziele ein und nimmt an Vereinstagungen teil.

Na ob da nicht mal was faul ist?

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Update zum MEI

Im September berichtete ich über meine Erfahrungen mit einem Spendensammler des MEI, Menschenrechtszentrum für ExiliranerInnen e.V. (MEI), und die daraufhin aufgenommene Internetrecherche. Die vielen Kommentare zu meinem Beitrag zeigen, dass der MEI und andere Vereine/Gruppierungen offenbar im groß angelegten Stil Spenden sammeln—für nach ihren Angaben humanitäre Projekte. Doch insbesondere der Verfassungsschutz hegt seine Zweifel über das lautere Vorgehen und die Aufrichtigkeit dieser Vereine, die allesamt im Zusammenhang mit den iranischen Volksmudschahedin (Modjahedin-e Khalq, MEK) im Verfassungsschutzbericht 2005 genannt werden und die auch in der Verfassungsschutzbroschüre zum MEK auftauchen.

Es gibt jetzt folgende Neuigkeiten:

  • Wikipedia Eintrag zu den MEK. Durch Zufall beim Durchsehen der Webstatistik von blogressiv.de entdeckt. Die deutsche Wikipedia hat einen Eintrag zum MEK in dem auch der MEI genannt wird und auf blogressiv.de verlinkt wird(!). Etwas verwirrend finde ich aber, dass blogressiv.de als “kritisches Blog zum MEI” verlinkt ist. Ich hoffe doch sehr, dass das MEI nicht das einzige Thema dieses Blogs ist…
  • In den Seiten der Berliner Senatsverwaltung für Inneres auf berlin.de findet sich folgender Eintrag vom 11.10.2006:

    Spendensammelaktion im Zusammenhang mit der MEK

    Im Berliner Stadtgebiet sind in den vergangenen Tagen verstärkt Flugblätter des Vereins “Menschenrechtszentrum für ExiliranerInnen e. V.” (MEI) zum Zwecke der Spendensammlung verteilt worden. Der Berliner Verfassungsschutz weist darauf hin, dass der Verein MEI dem “Nationalen Widerstandsrat Iran” (NWRI) zur Geldbeschaffung dient. Bei dem NWRI handelt es sich um den international operierenden politischen Arm der “Volksmojahedin Iran-Organistion” (MEK), deren erklärtes Ziel der Sturz der Islamischen Republik Iran ist. Der in dem Flugblatt erwähnte MEI hat seinen Sitz in Düsseldorf.

    Das Flugblatt informiert über Menschenrechtsverletzungen, Hinrichtungen und Demonstrationen im Iran. Hinweise über eine beabsichtige Verwendung der Spenden finden sich nicht.

    Es wird auch auf den Berliner Verfassungsschutzbericht 2005 hingewiesen, der weitere Information zum MEK enthält. Unter anderem steht da wörtlich


    [...]. Zur Finanzierung dieser Aktivitäten wurden in 2005 verstärkt Spendensammlungen durchgeführt. Hierzu bedient sich der Nationale Wiederstandsrat Iran (politscher Arm des MEK in Europa; Anmerkung des Autors) insbesondere des Tarnvereins “Menschenrechtszentrum für Exiliranerinnen” (MEI).


  • Basierend auf den Kommentaren, die gepostet wurden scheint der MEI oder das “Hilfswerk für Menschenrechte im Iran” (HMI) e. V in folgenden Städten aktiv zu sein: Berlin, Bonn, Münster, Bremen, Düsseldorf. Wo noch?

  • Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) kritisiert das MEI für seine aufdringliche Spenderwerbung.

Ich bedanke mich nochmals für die vielen Kommentare und Hinweise! Keep ‘em coming!

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Berlin Friedrichstraße. Freitag, früher Abend. Zwei orientalisch aussehende Herren in Anzügen und mit Klemmbrettern sprechen Passanten an. Auch mich. Sie sammelten Spenden für das Menschenrechtszentrum für ExiliranerInnen e.V. (MEI), sagen sie. Amnesty International (ai) sei im Irak verboten (tatsächlich ist die Arbeit von ai im Iran nicht offiziell gestattet. ai sind natürlich trotzdem im Iran engagiert.) und nur Organisationen wie das MEI könnten den politisch Verfolgten im Iran wirkungsvoll helfen. Man solle doch bitte spenden und da ich mich auf ein Gespräch eingelassen hatte wurde mir prompt ein Formular unter die Nase gehalten, auf dem ich Name, Adresse und Spendensumme eintragen sollte.

Das ging mir dann doch ein wenig schnell und die Datensammlerei kam mir merkwürdig vor. Will der Verein etwa Spendenquittungen verschicken? Nun, generell bin ich immer geneigt, Organisationen zu unterstützen, die sich für den Schutz der Menschenrechte—insbesondere in totalitären Staaten wie dem Iran—einsetzen. Das teilweise aufdringliche Gebaren der beiden Herren war mir jedoch etwas verdächtig. Ich liess mir nur ein Infoblatt mitgeben.

Zu Hause angekommen schaute ich mir die MEI website an und fragte google.


  • Laut Satzung setzt sich der MEI Verein für im Exil lebende IranerInnen ein. Nichts steht in der Satzung über Arbeit im Iran.

  • Der MEI taucht im Verfassungsschutzbericht 2005 als eine Deckorganisation zur Spendensammlung für den Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI). Laut Verfassungsschutzbericht ist der NWRI der ausserhalb des Irans aktive Teil der Volksmodjahedin Iran-Organisation (Modjahedin-E-Khalq – MEK). Zitat von der Website des Nordrhein-Westfälischen Innenministeriums:

    Die Ideologie der MEK enthält zwar Elemente des schiitischen Islam, erkennt jedoch in ihrer revolutionär-marxistischen Ausrichtung den absoluten Herrschaftsanspruch des islamischen Regimes nicht an. Sie begreift sich selbst als “einzige demokratische Alternative” zur iranischen Regierung. Nach dem Sturz des Schahs von Persien im Jahr 1979 und dem sich daran anschließenden verlorenen Machtkampf gegen das islamische Regime musste die MEK-Führung den Iran im Jahr 1981 verlassen.

    Die Organisation ist straff geführt und militant. Sie unterhält auf irakischem Territorium die so genannte ‘Nationale Befreiungsarmee’ (NLA) mit etwa 4.000 Kämpferinnen und Kämpfern für den Guerillakampf auf iranischem Territorium. Die NLA beteiligte sich im ersten Golfkrieg auf Seiten der irakischen Armee an dem Konflikt gegen Iran. Aufgrund der neuen Situation im Irak ist die Position der NLA stark geschwächt.

    Die NLA sowie die MEK sind in die EU-Liste terroristischer Organisationen aufgenommen worden. Die Terrorliste der US-Regierung hat darüber hinaus auch den NWRI erfasst.

    Am 09. Dezember 2003 erging der Beschluss des provisorischen irakischen Regierungsrates die NLA-Lager im Irak aufzulösen und die Kämpferinnen und Kämpfer auszuweisen. Zwar ist dieser Beschluss bislang nicht umgesetzt und offen bleibt auch, ob möglicherweise die NLA-Angehörigen an den Iran ausgeliefert werden. Aber obwohl die iranische Regierung in der Vergangenheit für reuige MEK-Mitglieder Straffreiheit in Aussicht gestellt hat, wird die mögliche Überstellung in den Iran gleichwohl von diesen als existentielle Bedrohung für Leib und Leben betrachtet.

    Die Aktivitäten des Nationalen Widerstandrates Iran (NWRI) als politischer Flügel der MEK war daher zuletzt vom Bemühen gekennzeichnet, internationale politische Unterstützung zu gewinnen, um den Ratsbeschluss rückgängig zu machen oder zumindest die drohende Auslieferung in den Iran zu stoppen. Weiterhin zielen die Aktivitäten darauf ab, die Menschenrechtsverletzungen durch die islamische Republik Iran anzuprangern und das dortige Regime zu diskreditieren sowie die Finanzierung eigener Ziele sicherzustellen.

Den iranischen Widerstand zu unterstützen ist eine Sache; ihm Unterstützung zu gewähren, wenn er vorgibt, für den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen Spenden zu sammeln, die dann aber mit gewisser Wahrscheinlichkeit in die Planung und Umsetzung des bewaffneten/terroristischen Widerstands fliessen, ist
etwas vollkommen anderes!

Update:

Vielen Dank für die Kommentare, insbesondere für den Hinweis auf die Verfassungsschutzbroschüre zum MEK!

Update 26.02.2007:
Aufgrund etlicher Kommentare von einer einzelnen IP Adresse mit offensichtlich irreführenden Angaben und Aussagen (angeblich handelte es sich um einen Rechtsanwalt Hans-Peter D. und um eine Journalistin Ursula B. aus Berlin, die aber beide der deutschen Rechtschreibung und Diktion nicht mächtig waren) habe ich die Kommentarfunktion zu diesem und den anderen MEI Artikeln temporär deaktiviert.

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