Die USA sind Trendsetter und es ist nicht abwegig, die Entwicklungen dort als einen Blick in die Zukunft für uns Europäer zu sehen. Hier und dort hat es seit 2001 einen massiven Ausbau der staatlichen Überwachungsmöglichkeiten gegeben. Eine weitere Facette des Generalverdachts, unter dem jeder steht, kam mir gestern unter und heute schreibt auch Telepolis darüber: Jemand der plötzlich seine Zahlungsmoral ändert und 5000 EUR auf einmal zurückzahlt, ist also verdächtig, und das Geld wird am besten erst einmal eingefroren, bis der Staat das ganze überprüft hat.
Ich will nicht weiter auf die Details eingehen und es gibt ja auch viele andere Beispiele, die man anführen könnte. Das eigentlich Interessante ist nämlich die allgemeine Tendenz, abweichendes Verhalten zu registrieren und aufzuzeichnen. Mit wachsenden technischen Möglichkeiten kann eben auch das automatisiert werden. Als Vergleichswert, von dem Abweichungen gemessen werden, kann zum einen das bisherige Verhalten dienen (s.o.), oder aber das Verhalten der Masse, also das Normale.
Wenn sich aber erst einmal die Stimmung verbreitet, dass alles was anormal ist, vielleicht registriert wird und verdächtig ist, sind wir auf dem besten Weg, Konformismus zur Bürgerpflicht zu erheben. Wer traut sich dann noch, Missstände anzuprangern und unpopuläre Meinungen zu vertreten? Oder einfach so zu leben, wie es ihm am Liebsten wäre?
Schlagworte: Datenschutz

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